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Unternehmenssteuer Schweiz: Fragen & Antworten

Im internationalen Vergleich gehört die Schweiz zu den Ländern mit der geringsten Steuerbelastung für Unternehmen. Trotzdem gibt es für Gründerinnen und Gründer in Bezug auf die Unternehmenssteuer in der Schweiz einiges zu beachten. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.

Welche steuerlichen Abgaben zählen zu den Unternehmenssteuern?

Als Unternehmenssteuer wird die Gesamtheit der Steuern bezeichnet, denen ein Unternehmen unterliegt. Die wichtigsten sind hierbei die Gewinn- und Kapitalsteuer für Kapitalgesellschaften sowie die Einkommens– und Vermögenssteuern für Personengesellschaften. Steuerpflichtig sind in der Regel alle Kapital- bzw. Personengesellschaften, die ihren Sitz in der Schweiz haben oder von dort aus verwaltet werden.

Ist die Höhe der Unternehmenssteuer überall in der Schweiz gleich?

Das Schweizer Steuersystem ist föderal aufgebaut. Das bedeutet, jeder Kanton kann die effektiven Steuersätze selbst festlegen. Die Bundessteuer ist zwar anhand eines einheitlichen Satzes festgelegt, die kantonalen sowie kommunalen Steuersätze variieren allerdings. Demnach ist die Standortwahl bei der Gründung einer Firma ein wichtiges Kriterium und entscheidet über die künftige steuerliche Belastung Ihres Unternehmens. Der durchschnittliche Unternehmenssteuersatz in Schweizer Kantonen beträgt aktuell ca. 15 Prozent. Die Sätze bewegen sich zwischen 11,85 und 21,6 Prozent.

Wann beginnt die Steuerpflicht?

Ab dem Tag der Eintragung in das Handelsregister ist Ihr Unternehmen steuerpflichtig.

Wie unterscheidet sich die Besteuerung von Personen- und Kapitalgesellschaften?

Personengesellschaften wie zum Beispiel Kommandit- oder Kollektivgesellschaften sowie auch Einzelunternehmen gelten nicht als juristische Personen und unterliegen somit nicht in gleicher Form der Unternehmenssteuer in der Schweiz. Stattdessen versteuern Einzelunternehmer und Gesellschafter ihr privates und geschäftliches Vermögen und Einkommen bei Bund, Kanton und Kommune als Ganzes. Die bezahlten Steuern vom steuerbaren Reingewinn in Abzug zu bringen, ist bei Personengesellschaften – anders als bei Kapitalgesellschaften – nicht möglich.

Bei Kapitalgesellschaften wie GmbHs und AGs wird klar zwischen Geschäftlichem und Privatem unterschieden. Während AG und GmbH als Unternehmen besteuert werden, fallen bei Aktionären und Gesellschaften Einkommenssteuern auf Dividenden an sowie Vermögenssteuern entsprechend dem Aktienwert, was zu einer steuerlichen Doppelbelastung führt.

Wie wird die Gewinnsteuer berechnet?

Die Ertragssteuer bzw. Gewinnsteuer bei Kapitalgesellschaften (wie GmbHs oder AGs) wird auf den steuerbaren Gewinn erhoben. Sie wird anhand eines festen Satzes auf dem Gewinn nach Steuern beim Bund (aktuell 8,5 Prozent) sowie bei den Kantonen und Gemeinden (zwischen 12 und 21 Prozent) errechnet, wobei einige Kantone unterschiedliche Zuschläge erheben oder auch reduzierte Tarife anbieten.

Übrigens erheben die meisten Kantone zusätzlich auch Kirchensteuern (an die reformierte, römisch-katholische, die christkatholische Kirche oder die jüdische Gemeinde). Für Firmen besteht eine Kirchensteuerpflicht. Anders als Privatpersonen können sie nicht aus der Kirche austreten und die Steuerpflicht vermeiden.

Wann ist ein Unternehmen mehrwertsteuerpflichtig?

Geht es um die Unternehmenssteuern in der Schweiz, spielt auch die Mehrwertsteuer eine erhebliche Rolle. Ab einem Umsatz von mehr als 100‘000 Franken jährlich sind Unternehmen verpflichtet, Mehrwertsteuer zu entrichten. Das gilt im Übrigen auch für ausländische Unternehmen, die in der Schweiz Umsatz erzielen – auch, wenn die 100‘000 Franken nicht ausschliesslich in der Schweiz umgesetzt wurden.

Welche Kantone bieten die niedrigste Steuerbelastung für Unternehmen?

Entsprechend einer aktuellen Schätzung von Statista sind die Kantone Nidwalden und Zug mit einer effektiven Steuerbelastung bei der Gewinnsteuer von rund 12 Prozent auf dem Gewinn vor Steuern steuerlich am attraktivsten als Firmenstandort. Die höchsten Gewinn-Steuersätze entsprechend der Schätzung haben die Kantone Bern und Zürich mit 21 und 20 Prozent auf dem Gewinn vor Steuern.

Was macht die Schweiz steuerrechtlich ausser den niedrigen Unternehmenssteuern noch attraktiv?

Neben den teilweise sehr niedrigen Unternehmenssteuersätzen in den Kantonen der Schweiz schätzen ausländische Unternehmen auch drei weitere Aspekte. Erstens bezieht sich das auf die Kontinuität der Steuerpolitik, grössere Schwankungen sind selten. Ausserdem werden verlässliche Auskünfte zur Steuerbelastung gegeben und die Firmen geniessen die allgemeine Rechts- und Währungssicherheit. Wenn auch Sie mit dem Gedanken spielen, in der Schweiz unternehmerisch tätig zu werden, lassen Sie sich gern von der RP Treuhand zu Ihren Vorteilen beraten.

Weitere Fragen zur Unternehmenssteuer in der Schweiz? Wir helfen Ihnen weiter.

Diese FAQ dienen als kurze Übersicht über die gängigsten Fragen rund um die Unternehmenssteuer in der Schweiz. Selbstverständlich gehen wir im persönlichen Gespräch mit Ihnen tiefer ins Detail und besprechen individuelle Fragen und unternehmensspezifische Voraussetzungen. Vereinbaren Sie gerne einen Termin.

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